
Zufriedene Gesichter in Italien. Nachdem das Conto Energia III. in trockenen Tüchern ist, bereiten sich Teilnehmer des italienischen Marktes auf die nächste Phase vor, die am 1. Januar nächsten Jahres beginnt. Ab dann gilt nämlich das neue Fördergesetz und soll bis Ende 2013 gelten. Im nächsten Jahr soll die Kürzung der Einspeisetarife in drei Schritten vorgenommen werden, und zwar in einem Abstand von jeweils vier Monaten. „Das Conto Energia III. sieht eine Reduzierung von 9,3-23,7 % bei einer Leistung bis 5 MW und von rund 14,2-27,5 % bei Leistung über 5 MW vor“, so Roberto Pera, Partner von Rödl & Partner in Rom. Somit seien Großanlagen, deren Leistung bei über 5 MW liegt, am stärksten betroffen von der Reduzierung. In den Jahren 2012 und 2013 soll die Kürzung bei 6 % liegen. Dabei bleiben die Tarife wie beim jetzigen Conto Energia für einen Zeitraum von 20 Jahren gültig. Damit falle die Kürzung äußerst moderat aus. Im ersten Quartal nächsten Jahres liegen die Fördertarife je nach Anlagengröße zwischen 40,20 und 29,70 Eurocent, im zweiten Quartal zwischen 39,10 und 27,20 Eurocent und im dritten Quartal zwischen 38 und 25,10 Eurocent. Während der italienische Markt zuversichtlich in die Zukunft blickt, sind die Marktteilnehmer auch mit dem jetzigen Stand der Dinge zufrieden.
„Man kann es jetzt schon sagen“, so Federico Brucciani, Sprecher des Photovoltaikverbandes Gruppo Imprese Fotovoltaiche Italiane (Gifi). „Das Jahr 2010 ist das Jahr der großen Freiflächenanlagen.“ Terna, der italienische Betreiber des Stromnetzes im Starkstrombereich, habe mitgeteilt, dass er bis Ende dieses Jahres Freiflächenanlagen mit einer Leistung von 500 MW ans Netz anschließt. „Das ist so viel wie noch nie“, so der Sprecher. „So richtig verwunderlich ist das nicht. Liegt die Rendite in diesem Marktsegment doch bei satten 10 %.“ Außerdem sei ein weiterer Trend auszumachen. Was bereits letztes Jahr ansatzweise zu sehen war, hat sich zu einem äußerst dynamischen Entwicklung gemausert“, erklärt der Sprecher von Gifi. „Und dabei handelt es sich um die Installation von Photovoltaikanlagen auf Industriedächern.“ Das Unternehmen Solon Italy war eines der ersten, das auf den Zug aufsprang. „Bereits im letzten Jahr haben wir den Auftrag erhalten, auf dem Dach des Logistikunternehmens Interporto in Padua eine Aufdachanlage mit 12 MW zu errichten“, sagt Emiliano Pizzini. Er ist bei Solon Italy zuständig für Financial Services und Controlling. Die Anlage sei mittlerweile an das Netz angeschlossen. „Jetzt sollen wir die Kapazitäten auf 15 MW erhöhen, woran wir gerade arbeiten.“ Natürlich sei die Installation von Anlagen auf industriellen Dächern äußerst attraktiv. Zum einem erhalte man sehr schnell und einfach eine Baugenehmigung für eine solche Installation. „Die Fläche ist ja schon bebaut, und zwar mit dem Industriegebäude“, so Pizzini. Außerdem sei direkt an Ort und Stelle eine punkt für den Netzanschluss vorhanden. Diesen Luxus bieten große Freiflächenanlagen nicht. Und dann komme noch hinzu, dass die meisten Industriedächer im Norden Italiens vorzufinden sind, also der Hälfte des Landes, wo das Netz stabil ist und noch weitere Anschlüsse von MW Anlagen verkraften kann.