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In diesem Bereich informieren wir Sie über neueste Entwicklungen in verschiedenen Branchen, berichten über Messen und andere Veranstaltungen und stellen Auszüge aus unseren Studien vor.


4. PV Industry Forum – Unsichere Zukunft!
11.06.2008 (EuPD Europressedienst)
München. Im Vorfeld der internationalen Fachmesse Intersolar zeigte sich die Photovoltaikbranche auf dem 4. PV Industry Forum in München nur verhalten optimistisch. Rund 500 registrierte Teilnehmer aus Industrie und Finanzwelt diskutierten am 10. Juni über die Zukunft der weltweiten Photovoltaikmärkte. Als Konsequenz der in der letzten Woche beschlossenen Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), erwarten Branchenexperten stark fallende Systempreise sowie Übernahmen und Kooperationen unter den Unternehmen in Deutschland. Denn bei Großanlagen über 100 kW wird die Degression ab 2009 auf zehn Prozent angehoben, was die Rentabilität beim heutigen Preisniveau stark einschränkt. Auch für Kleinanlagen erhöht sich die Degression in den nächsten zwei Jahren von fünf auf acht Prozent. Ab dem Jahr 2011 wird sie dann auf neun Prozent angehoben. Zusätzlich schreibt das Gesetz künftig einen Wachstumskorridor vor: Bei Überschreitung der Obergrenze von 1.500 MW, wird die Degression um einen zusätzlichen Prozentpunkt erhöht.

Gerhard Stryi-Hipp Geschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), sieht in diesem zusätzlichen Prozent allerdings keine entscheidende Größe, die den Markt beeinflussen werde. Auf der Veranstaltung erklärte Stryi-Hipp gegenüber EuPD Europressedienst, der Verband sei froh, dass mit der neuen Gesetzgebung nun klare Regularien geschaffen wurden. Ob die Wachstumsobergrenze bereits in diesem Jahr erreicht werde, könne man aber noch nicht sagen. „Das hängt davon ab wie sich der Markt im zweiten Halbjahr entwickelt. Im Moment ist das Wachstum noch eher verhalten, da viele Module ins Ausland verkauft werden und die Verfügbarkeit nicht immer gegeben ist“, so Stryi-Hipp. „Es liegt auch auf der Hand, dass die Preisreduktion nicht hauptsächlich von den Installateuren kommen kann. Die sind teilweise jetzt schon sehr stark unter Druck. Das heißt die Installateure sind nicht in der Lage die zehn Prozent am Systempreis nachzulassen, um die geringere Förderung auszugleichen“, betonte Stryi-Hipp. Seiner Meinung nach müsse der Löwenanteil der geforderten Preisreduktionen von den Modulherstellern getragen werden, die allerdings, nach eigenen Aussagen, selbst nicht günstiger einkaufen könnten. Die entscheidende Frage sei im nächsten Jahr, ob Module am Weltmarkt im Überfluss vorhanden seien oder nicht, so für Stryi-Hipp. „Wenn Module woanders zum selben Preis wie in diesem Jahr verkauft werden können, dann wird der Preisdruck in Deutschland nicht so groß sein und dann werden wir einen rückläufigen Markt sehen“, beschrieb Stryi-Hipp ein Szenario. „Wenn aber – wie auf der Veranstaltung angedeutet – tatsächlich ein Überangebot bestehen sollte, dann gehen wir davon aus, dass der Preisdruck zunimmt und weitere Kostenreduktionspotenziale erschlossen werden“, erklärte Stryi-Hipp eine zweite Entwicklungsmöglichkeit. In diesem Fall werde der deutsche Markt für Investoren wieder attraktiver und im Umkehrschluss die Überschreitung der 1.500 MW wahrscheinlich. „Das hängt allerdings auch entscheidend davon ab, wie stark sich andere Märkte entwickeln werden“, sagte Stryi-Hipp. Zwar seien die Chancen und Potentiale auf vielen europäischen sowie auf dem US-amerikanischen Markt sehr groß, doch bislang bestünden auf diesen Märkte noch größere Risiken als auf dem deutschen Markt. Die meisten Länder, wie etwa Spanien und Italien, hätten noch ein Fragezeichen hinter ihrer künftigen Gesetzgebung stehen. Dass sich der Preisdruck auf deutsche PV-Unternehmen negativ auswirke, erwartet Stryi-Hipp vorerst nicht, denn im internationalen Wettbewerb seien sie gut aufgestellt. Es werde Veränderungen in den Markstrukturen, wie beispielsweise Übernahmen geben. Auch eine Umstrukturierung und Konsolidierung des Marktes erwartet der Verbandschef: „Aber nicht in dem Sinne, dass die halbe Branche in Konkurs und die Basis in Deutschland verloren geht.“

Heute, am 11. Juni setzt sich die Diskussion der Branchenvertreter auf dem PV Industry Forum fort. Die Veranstaltung zählt zum Rahmenprogramm der internationalen Branchenmesse Intersolar, deren neuer Standort München in diesem Jahr Premiere feiert. Neben Einschätzungen zur Zukunft des Photovoltaikmarktes werden am zweiten Tag des PV Industry Forums vornehmlich die Möglichkeiten der Dünnschicht- und Konzentratorentechnik sowie von Solartrackern erläutert.

EEG-Novelle: Auf der Zielgeraden gebremst
06.06.2008 (EuPD Europressedienst)
Berlin/Bonn. In letzter Sekunde hat die CDU/CSU Fraktion noch eine Bremse in die angepasste Solarförderung im Rahmen der EEG-Überprüfung eingebaut. Um das zukünftige Marktwachstum in Deutschland zu begrenzen wurde ein Zielkorridor entwickelt, der bei einer Über- bzw. einer Unterschreitung zu einer zusätzlichen Absenkung der Förderung führen soll.

Nach dem aktuellen Entwurf zur Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes soll die Förderung von Solarstromanlagen in den Jahren 2009 und 2010 bis zu einer typischen Größenklasse von 100 kW um jährlich acht Prozent erfolgen. Für Anlagen größer als 100 kW gelten in den Jahren ab 2009 die höheren Degressionssätze von 10 Prozent und 9 Prozent. Neu sind allerdings die am Dienstagabend ausgehandelten Wachstumskorridore, mit denen die Unionsführung ihrem Wirtschaftsflügel entgegengekommen ist, der eine drastische Kürzung der Fördersätze um rund 30 Prozent gefordert hatte, sich aber nicht durchsetzen konnte. An den Börsen hatte die Forderung in der letzten Woche für erhebliche Unruhe gesorgt und nach Aussage von Finanzexperten Solaraktienwerte in Höhe von 500 Millionen € vernichtet.

Für 2009 sollen die Wachstumskorridore zwischen 1.000 - 1.500 MW PV-Zubau, 2010 bei 1.100 - 1.700 MW und 2011 bei 1.200 - 1.900 MW liegen. Bleibt der Neuzubau in den kommenden Jahren jeweils innerhalb der Zonen, gelten die verhandelten Degressionssätze von 9 bzw. 10 Prozent. Fällt das Marktwachstum höher aus und der Oberwert wird überschritten, erhöht sich im Folgejahr die Degression um einen zusätzlichen Prozentpunkt. Dabei spielt es keine Rolle, um wie viel der Oberwert überschritten wird. Entsprechend wird bei einer Unterschreitung des Unterwerts verfahren, in dem dann die Degression im Folgejahr um einen Prozentpunkt gemindert wird.

Von Vorteil für die Markttransparenz dürfte sicherlich die Meldepflicht bei der Bundesnetzagentur für alle neuinstallierten Anlagen sein, die mit einer quartalsscharfen Markterfassung verbunden sein wird. Der Vorjahresmarkt (voraussichtlich das 4. Quartal des Vorjahres sowie die Quartale 1-3 des laufenden Jahres) soll dann bis zum 30.9 eines jeweiligen Jahres erfasst und die neue Degression für das Folgejahr bis zum 31.10. veröffentlicht werden. Dies würde den Markteilnehmern dann noch einen Zeitrahmen von zwei Monaten für Reaktionen lassen.

Der BSW-Solar bewertet das Verhandlungsergebnis vorsichtig optimistisch, nachdem eine noch deutlichere Verschlechterung der Förderung oder gar ein Deckel abgewendet wurden. BSW-Solar Geschäftsführer Carsten Körnig sieht die „Solarbranche durch das Anziehen der Förderschrauben unter harten Entwicklungsdruck“: "Gemeinsam mit der Politik verfolgen wir das gleiche Ziel Solarenergie schnellstmöglich in die Wettbewerbsfähigkeit mit fossilen Energien zu führen und zu einer tragenden Säule der Energieversorgung auszubauen. Eine Herausforderung, der sich die deutschen Solarunternehmen mit aller Innovationskraft stellen“ betonte Körnig gegenüber EuPD Europressedienst.

Nach Aussagen verschiedener Marktteilnehmer erhofft sich die Branche, dass mit den jetzt auf dem Tisch liegenden Beschlüssen auch das Ende der Überprüfung erreicht ist und die EEG-Novelle am Freitag den Bundestag passiert. „Für die Zukunft sei die Planungssicherheit allerdings deutlich eingeschränkt“ betont ein Marktteilnehmer, „da es nun jährlich und nicht mehr alle vier Jahre eine Diskussion über die Fördersätze von Solarstrom geben werde.“

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